Konstruktion im Holzrahmenbau
Die Holzrahmenbau Konstruktion verbindet ein tragendes Holzgerüst mit flächigen Bauteilen und einer Montage, die abschnittsweise oder mit vorgefertigten Elementen erfolgen kann. Für die Planung zählt das Zusammenspiel aus Ständern, horizontalen Hölzern, Beplankung und den Anschlüssen an Decken und Fundament. Maße und Verbindungsmittel richten sich nach dem konkreten Gebäude und den auftretenden Einwirkungen. Tragfähigkeit und Aussteifung sind deshalb projektspezifisch nachzuweisen.
Ständer, Rähm und Schwelle
Das Grundgerüst einer Holzrahmenwand besteht aus senkrechten Ständern sowie waagerechten Hölzern am oberen und unteren Wandrand. Ihre Abmessungen und Anschlüsse werden auf Gebäude, Lasten und Bauteilraster abgestimmt.
- Ständer bestehen häufig aus Konstruktionsvollholz (KVH) mit Querschnitten von etwa 60 × 160 mm bis 60 × 240 mm; die erforderliche Größe ergibt sich aus der Planung.
- Ein Achsmaß von ungefähr 625 mm passt zur Brettbreite von 1.250 mm und erleichtert die Abstimmung von Ständerpositionen und Plattenformaten.
- KVH wird technisch getrocknet und weist typischerweise eine Holzfeuchte von etwa 15 % ± 3 % auf; dadurch bleibt das Material für die Montage vergleichsweise maßhaltig.
- Die Ständer stehen in regelmäßigen Abständen zwischen Schwelle und Rähm. Sie bilden die senkrechten Bauteile des Rahmens und nehmen die vorgesehenen Einwirkungen gemäß Planung auf.
- Das Rähm schließt den oberen Wandrand ab und verbindet die Ständer. Anschlüsse an Decken oder Dach werden passend zu den angrenzenden Bauteilen geplant.
- Die Schwelle bildet den unteren Rahmenabschluss und stellt die Verbindung zum Untergrund her. Ihre Lage und Befestigung müssen mit dem Wand- und Bodenanschluss abgestimmt sein.
- Stoßstellen, Eckbereiche und Öffnungen verändern den Verlauf der Kräfte. Ihre Ausbildung wird daher nicht allein aus einem Standardquerschnitt abgeleitet, sondern für das jeweilige Gebäude festgelegt.
Querschnitt und Abstand sind keine pauschale Tragfähigkeitszusage: Lasten, Spannweiten, Öffnungen und Anschlüsse beeinflussen die Bemessung. Für tragende Bauteile ist eine statische Nachweisführung durch einen Tragwerksplaner erforderlich. Die Zeichnungen sollten außerdem erkennen lassen, wo Ständer durchlaufen, wo Hölzer gestoßen werden und wie die Verbindungsmittel angeordnet sind. So kann die Ausführung vor der Fertigung mit dem geplanten Tragwerk abgeglichen werden.
Aussteifung durch Beplankung
Wind und andere horizontale Einwirkungen können eine Wand seitlich verformen. Erst die dafür bemessene Beplankung mit ihren Anschlüssen bildet gemeinsam mit dem Rahmen ein aussteifendes Wandscheibensystem.
- OSB-Platten oder Gipsfaserplatten werden auf der vorgesehenen Wandseite befestigt und übertragen horizontale Kräfte über die Plattenflächen zu den angrenzenden Bauteilen.
- Ständer allein steifen das Gebäude nicht aus: Ohne wirksam befestigte Beplankung und passende Anschlüsse fehlt dem Rahmen die erforderliche aussteifende Scheibenwirkung.
- Platten werden je nach Planung genagelt oder geschraubt. Plattentyp, Dicke, Befestigungsmittel und deren Abstände müssen zusammen auf die berechnete Beanspruchung abgestimmt sein.
- Plattenstöße brauchen eine tragfähige Auflage und eine festgelegte Befestigung. Bei mehrlagigen Beplankungen werden Fugen üblicherweise versetzt angeordnet, nicht deckungsgleich übereinander.
- Randbereiche, Gebäudeecken und Übergänge zu Decke oder Boden benötigen passende Anschlüsse; ihre Ausführung folgt dem statischen Nachweis und den Montageunterlagen.
Die Aussteifung hängt vom gesamten Lastweg ab: von der Beplankung über ihre Befestigung bis zu den anschließenden Bauteilen. Ob eine konkrete Wand horizontale Lasten aufnehmen kann, muss ein Tragwerksplaner statisch nachweisen. Auch die brandschutztechnische Eignung eines Bauteilaufbaus ist gesondert durch einen Brandschutzplaner nachzuweisen, sofern sie für das Gebäude gefordert ist.
Plattformbauweise und Fertigung im Werk
Bei der Plattformbauweise wird jedes Geschoss auf dem Boden des darunterliegenden Geschosses aufgebaut. Die Decke dient dabei als Arbeitsfläche für die nächste Wandebene. Wandabschnitte werden auf dieser Ebene positioniert, verbunden und anschließend mit der darüberliegenden Decke ergänzt. Auf diese Weise entsteht ein wiederkehrender Montageablauf von Geschoss zu Geschoss, dessen Reihenfolge in den Ausführungsplänen festgelegt wird.
Die Vorfertigung kann einzelne Wandtafeln oder größere Bauteile umfassen. Holztafelbau bezeichnet vorgefertigte Wandelemente mit Beplankung und häufig bereits eingebauter Dämmung. Der Umfang der Vorfertigung hängt davon ab, welche Arbeiten in der Werkhalle und welche auf der Baustelle ausgeführt werden sollen. Maßgeblich sind dabei die Planung, die verfügbare Hebetechnik und die Bedingungen am Baugrundstück.
Im Werk werden zunächst die Bauteilmaße aus den freigegebenen Plänen übernommen. Danach werden Hölzer zugeschnitten und zu Rahmen zusammengesetzt. Es folgen die Montage der vorgesehenen Beplankung und – je nach Fertigungsumfang – der Einbau weiterer festgelegter Schichten oder Bauteile. Abschließend werden Elemente geprüft, gekennzeichnet und für die Verladung vorbereitet. Öffnungen, Anschlusspunkte und Elementstöße müssen mit den Montagezeichnungen übereinstimmen.
Für den Transport werden Tafeln so gebündelt und gesichert, dass sie während der Fahrt und beim Entladen nicht unkontrolliert verrutschen oder beschädigt werden. Abmessungen und Gewicht müssen zur Ladefläche, zum verfügbaren Kran und zur Zufahrt passen; mögliche Engstellen auf der Strecke sind vorab zu berücksichtigen. Auf der Baustelle erleichtert eine abgestimmte Lieferreihenfolge das Aufrichten, weil die benötigten Teile ohne unnötiges Umlagern bereitstehen. Tragende Elementstöße und Anschlüsse werden nach statischer Planung ausgeführt und müssen dort nachgewiesen sein.
Wandaufbau von innen nach außen
Ein Wandaufbau mit Holzrahmenbau wird von innen nach außen so geplant, dass Innenbekleidung, luftdichte Ebene, Dämmung und Außenabschluss zusammenwirken. Entscheidend sind sorgfältig ausgeführte Anschlüsse und eine passende Anordnung der Schichten, nicht allein die Wahl eines Dämmstoffs. Typische Aufbauten kombinieren eine Installationsebene mit einer abgeklebten Holzwerkstoffplatte und einem gedämmten Ständerfeld. Außen können eine hinterlüftete Bekleidung oder ein Putzsystem die Wand vor Witterung schützen.
Luftdichtheit und Dampfbremse
Die luftdichte Ebene begrenzt den unkontrollierten Luftaustausch durch Fugen und Anschlüsse. In vielen Wandaufbauten übernimmt eine etwa 15 mm starke OSB-Platte diese Aufgabe, sofern Plattenstöße, Ränder und Durchdringungen dauerhaft abgeklebt oder anderweitig dicht angeschlossen sind. Eine separate Dampfbremse kann ebenfalls Teil des Aufbaus sein. Luftdichtheit und Dampfbremse sind jedoch unterschiedliche Funktionen: Die erste hält bewegte Raumluft zurück, die zweite begrenzt den Wasserdampftransport durch Diffusion.
Die Dampfbremse wird auf der warmen, raumseitigen Seite der Dämmebene angeordnet. Der Dampfwiderstand soll im Regelfall von innen nach außen abnehmen; dadurch kann Feuchtigkeit, die in die Konstruktion gelangt, besser nach außen austrocknen. Maßgeblich ist der gesamte Schichtenaufbau: OSB, Folien, Dämmstoff und Außenbekleidung müssen gemeinsam betrachtet werden. Bei feuchtevariablen Dampfbremsen verändert sich der Diffusionswiderstand abhängig von der Umgebungsfeuchte, doch auch damit ist keine beliebige Kombination der Materialien möglich.
Anschlussdetails benötigen besondere Sorgfalt. Dazu zählen Übergänge an Boden und Decke, Innenecken, Fenster- und Türrahmen sowie Durchführungen für Kabel und Leitungen. Klebebänder müssen für den jeweiligen Untergrund geeignet sein; staubige oder feuchte Oberflächen mindern die Haftung. Die Installationsebene auf der Raumseite kann Leitungen aufnehmen, ohne die luftdichte Schicht an jeder Steckdose zu durchdringen. Wo Durchdringungen unvermeidbar sind, werden passende Manschetten oder Systemklebebänder eingesetzt.
Die Luftdichtheit lässt sich nach Fertigstellung der luftdichten Ebene mit einer Differenzdruckmessung prüfen. Im Zusammenhang mit DIN 4108-7 werden für den n50-Wert üblicherweise höchstens 3,0 1/h bei Gebäuden ohne mechanische Lüftung und höchstens 1,5 1/h bei mechanischer Lüftung angesetzt. Ein niedriger Messwert setzt dichte Anschlüsse über die gesamte Gebäudehülle voraus, nicht nur eine sorgfältig verklebte Wandfläche.
Dämmebene und Gefach
Im Gefach zwischen den Holzständern liegt die Wärmedämmung. Für einen beispielhaften Wandaufbau mit 160 mm Dämmtiefe zeigt die Tabelle typische Schichten von der Raumseite nach außen; konkrete Dicken richten sich nach dem verwendeten System und den bauphysikalischen Nachweisen.
| Schicht | Typische Dicke | Funktion |
|---|---|---|
| Gipskartonplatte | 12,5 mm | Raumseitige Bekleidung und ebener Untergrund für den Innenausbau |
| Installationsebene | 40–60 mm | Raum für Leitungen und Dosen; reduziert Durchdringungen der luftdichten Ebene |
| OSB-Platte, Stöße abgeklebt | etwa 15 mm | Luftdichte Ebene; kann je nach Aufbau zugleich den Wasserdampftransport bremsen |
| Gefach mit Dämmstoff | etwa 160 mm | Wärmedämmung im Ständerfeld, zum Beispiel mit Mineralwolle, Zellulose oder Holzfaser |
| Außenplatte oder Putzträger | systemabhängig, häufig etwa 20–60 mm | Windschutz und äußerer Abschluss; je nach System Untergrund für Putz oder Fassadenaufbau |
| Hinterlüftung und Bekleidung oder WDVS | Hinterlüftung häufig 20–40 mm; Bekleidung beziehungsweise WDVS systemabhängig | Witterungsschutz und Fassadengestaltung; beim WDVS bildet das geprüfte System den Außenabschluss |
Mineralwolle, Zellulose und Holzfaser können für Gefache verwendet werden. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt ungefähr bei λ = 0,032–0,040 W/(m·K); der konkrete Kennwert steht in der Leistungserklärung des jeweiligen Dämmstoffs. Eine geringere Wärmeleitfähigkeit bedeutet bei gleicher Dicke eine bessere Dämmwirkung des Materials, sagt allein aber noch nichts über die Leistung der gesamten Wand aus.
Der Dämmstoff muss die Gefachbreite und -höhe vollständig ausfüllen. Zu große Zuschnitte können sich stauchen, zu kleine lassen Fugen zurück; beides beeinträchtigt den gleichmäßigen Kontakt zum Ständerholz. Bei Einblasdämmung wird die erforderliche Einbaudichte nach dem verwendeten Produkt und dem Gefach bemessen, damit das Material die Hohlräume dauerhaft ausfüllt. Die Dämmung zwischen den Ständern wird außerdem durch die übrigen Schichten ergänzt: Anschlüsse und Plattenlagen müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass keine offenen Luftwege durch die Wand entstehen.
Außenseite und Fassade
Außenplatten aus Holzfaser können als winddichte Ebene dienen und bei geeigneter Ausführung als Putzträger eingesetzt werden. Bei einem Putzsystem müssen Platte, Armierung und Oberputz aufeinander abgestimmt sein; bei einer hinterlüfteten Bekleidung liegt zwischen Fassadenmaterial und Wand eine durchgehende Luftschicht.
- Holzfaserplatten übernehmen je nach Produkt Windschutz oder Wärmedämmung; maßgeblich sind die ausgewiesenen Eigenschaften und die zugelassene Verwendung im konkreten Wandaufbau.
- Leichtputzträger bilden den Untergrund für ein abgestimmtes Putzsystem; Armierungsschicht und Oberputz werden nach den Vorgaben des jeweiligen Systems ausgeführt.
- Bei einer hinterlüfteten Fassade hält eine Lattung meist 20–40 mm Abstand zwischen Bekleidung und Außenlage frei, sodass Luft hinter der Bekleidung zirkulieren kann.
- Zu- und Abluftöffnungen am unteren und oberen Fassadenrand ermöglichen die Hinterlüftung; geeignete Gitter halten Insekten fern, ohne den Luftweg vollständig zu verschließen.
- Ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) wird als abgestimmter Aufbau direkt auf dem vorgesehenen Untergrund befestigt; es besitzt keine Hinterlüftungsebene wie eine vorgehängte Bekleidung.
- Hinter einer offenen Fassadenbekleidung kann eingetragene Feuchte über die Luftschicht abtrocknen; beim WDVS hängt die Austrocknung stärker von den Diffusionseigenschaften der einzelnen Systemlagen ab.
Welche Außenlösung passt, hängt von der geplanten Oberfläche und den Eigenschaften der gesamten Wand ab. Die Dampfwiderstände sollen auch im Außenbereich so abgestimmt sein, dass der Aufbau nach außen ausreichend austrocknen kann; eine außen stark dampfbremsende Schicht kann das Feuchtemanagement verändern. Bei einer hinterlüfteten Fassade übernimmt die Luftschicht den Abtransport von Feuchte hinter der Bekleidung, während ein WDVS ohne diesen Hohlraum auskommen muss.
Unabhängig von der Fassadenart müssen Anschlüsse an Fenster, Sockel, Dachrand und Durchdringungen mit den jeweiligen Systembauteilen geplant werden. Bei Holzfaser-Putzträgern sind etwa die zulässige Putzbeschichtung und die Befestigung entscheidend; bei einer Bekleidung müssen Lattenlage und offene Lüftungswege zusammenpassen. So unterscheiden sich die beiden Fassadenlösungen nicht nur optisch, sondern auch darin, wie sie mit eingetragener Feuchte und der Austrocknung nach außen umgehen.
Wärmeschutz, Schall und Feuchte
Der Wärmeschutz einer Holzrahmenbauwand hängt von den Dämmstoffen, den Holzanteilen und der Ausführung der einzelnen Bauteilschichten ab. Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Wand bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin nach außen fließt. Für den sommerlichen Wärmeschutz spielt neben der Dämmung auch die Wärmespeicherfähigkeit der Wand eine Rolle. Beim Schallschutz sind Masse, Entkopplung und sorgfältig ausgeführte Anschlüsse entscheidend. Feuchte im Bauteil entsteht vor allem, wenn Luftundichtigkeiten oder Baufeuchte die vorgesehenen Trocknungsbedingungen beeinträchtigen.
U-Wert und Dämmstoffe
Als Orientierungswert erreicht eine Holzrahmenbauwand mit 160 mm Gefachdämmung und einer Wärmeleitfähigkeit λ von etwa 0,035 W/(m·K) ungefähr U = 0,20 W/(m²·K). Der einfache Rechenansatz ergibt für die Dämmung einen Wärmedurchlasswiderstand von rund 4,57 m²·K/W; bei der Bauteilberechnung zählen zusätzlich die übrigen Schichten, Oberflächenwiderstände und der Einfluss der Holzständer.
Der U-Wert bei Holzrahmenbau wird für den vollständigen Wandaufbau nach DIN EN ISO 6946 ermittelt. Dabei sind wiederkehrende Wärmebrücken durch die Ständer zu berücksichtigen; Materialkennwerte allein ergeben daher keinen verbindlichen Bauteilwert. Für erneuerte Außenwände von Wohngebäuden gilt nach Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes als Regelanforderung ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K).
Die Wärmeleitfähigkeit λ gibt an, wie gut ein Dämmstoff Wärme leitet: Je niedriger der Wert, desto höher ist bei gleicher Dicke grundsätzlich der Wärmewiderstand. Gängige Dämmstoffe unterscheiden sich zusätzlich nach Rohstoff, Form und Verhalten im Bauteil:
- Mineralwolle mit λ etwa 0,032–0,040 W/(m·K) lässt sich als flexible Matte in Gefache einpassen; viele Produkte sind nicht brennbar und diffusionsoffen.
- Holzfaser-Dämmstoffe liegen je nach Produkt bei ungefähr λ = 0,038–0,050 W/(m·K); sie werden als flexible Gefachdämmung oder druckfeste Platte angeboten.
- Zellulose weist typischerweise λ-Werte von rund 0,038–0,040 W/(m·K) auf und wird als Einblasdämmung hohlraumfüllend in geschlossene Gefache eingebracht.
- Expandiertes Polystyrol (EPS) erreicht je nach Ausführung ungefähr λ = 0,031–0,040 W/(m·K); es kommt vor allem als Plattenmaterial zum Einsatz.
- Polyurethan- und Polyisocyanurat-Dämmstoffe (PUR/PIR) bieten mit etwa λ = 0,022–0,028 W/(m·K) niedrige Wärmeleitfähigkeiten und eignen sich für begrenzte Einbaudicken.
- Hanfmatten liegen meist bei λ-Werten von etwa 0,039–0,045 W/(m·K); sie sind flexible Dämmprodukte aus nachwachsenden Fasern.
Für die Auswahl zählen neben λ auch die verfügbare Einbautiefe, der Feuchteschutz und die passende Produktzulassung. Die tatsächliche Energieeffizienz im Holzrahmenbau ergibt sich aus dem berechneten Wandaufbau, nicht aus dem Dämmstoffkennwert allein.
Sommerlicher Wärmeschutz und Schallschutz
Leichtbauwände speichern weniger Wärme als massive Wände aus Mauerwerk oder Beton. Bei längeren Hitzeperioden kann sich ein Leichtbau deshalb schneller erwärmen, wenn starke Sonneneinstrahlung durch Fenster und hohe Außentemperaturen zusammentreffen. Die Wärmespeicherfähigkeit der Wand ist dabei nur ein Faktor: Verschattung, Fensterfläche und Lüftungsmöglichkeiten beeinflussen ebenfalls, wie stark sich Innenräume aufheizen.
Holzfaserdämmstoffe mit einer Rohdichte von ungefähr 110–160 kg/m³ erhöhen die Masse und Wärmespeicherung gegenüber leichten Dämmstoffen. Zusammen mit ihrer Dämmwirkung bremsen sie den Wärmeeintrag durch die Wand und verbessern das sommerliche Verhalten; die Wirkung hängt von der gesamten Konstruktion und den Bauteildicken ab. Eine hohe Rohdichte allein macht eine Holzrahmenwand jedoch nicht so speicherfähig wie eine massive Wand.
Schalldämmung beruht auf mehreren zusammenwirkenden Eigenschaften: Masse erschwert die Schallübertragung, biegeweiche Schichten und entkoppelte Bauteile vermindern die Weiterleitung von Schwingungen, während Dämmstoff im Hohlraum dessen Resonanzen dämpft. Bei einer Holzrahmenwand sind deshalb der gesamte Schichtenaufbau und die Anschlüsse an Decken, Innenwände und Fenster maßgeblich. Starre Verbindungen können Schall als Flankenübertragung weiterleiten, auch wenn die Wandfläche selbst gut gedämmt ist.
Für den Schutz vor Außenlärm müssen Fenster, Wand und Fugen gemeinsam betrachtet werden; ein hochwertiger Wandaufbau kann undichte Fensteranschlüsse nicht ausgleichen. Beim Trittschall kommt es besonders auf die Entkopplung von Bodenaufbau und tragender Konstruktion an. Für konkrete Anforderungen an Innen- oder Außenlärm sind die Nutzung des Raums und die jeweilige bauliche Situation ausschlaggebend.
Feuchteschutz im Betrieb
Im Betrieb entsteht ein erhöhtes Feuchterisiko vor allem durch Undichtigkeiten, über die warme Innenluft in kältere Bauteilbereiche strömt, sowie durch eingeschlossene Baufeuchte. Gelangt feuchte Luft lokal in den Wandaufbau, kann sie an kühlen Flächen kondensieren und Holz oder Dämmstoff über längere Zeit durchfeuchten. Bei intakter luftdichter Ebene ist die normale Nutzung eines Gebäudes dagegen kein feuchteproblematischer Zustand.
Die luftdichte Ebene begrenzt den konvektiven Feuchtetransport durch Fugen und Anschlüsse. Für den Feuchteschutz kommt es darauf an, dass sie dauerhaft zusammenhängend bleibt und Durchdringungen, etwa für Leitungen oder Installationen, dicht angeschlossen sind. Ein geplanter Trocknungspfad ermöglicht es, eingetragene Feuchte wieder abzugeben; Bauteilschichten dürfen dabei nicht so kombiniert werden, dass Feuchte zwischen stark dampfbremsenden Lagen eingeschlossen wird.
Kontrollpunkte sind insbesondere Fensteranschlüsse, Leitungsdurchführungen, Installationsbereiche und Übergänge zwischen Bauteilen. Während der Bauphase lässt sich die Ausführung der luftdichten Ebene vor dem Schließen von Hohlräumen prüfen; eine Differenzdruckmessung nach DIN EN ISO 9972 kann Undichtigkeiten aufdecken. Bei Verdacht auf Durchfeuchtung helfen gezielte Holzfeuchtemessungen an zugänglichen Stellen, wobei einzelne Messwerte nicht ohne Kenntnis von Messort und Materialzustand zu bewerten sind.
Auch nach dem Einzug sollten sichtbare Schäden an Dachentwässerung, Anschlüssen und Innenoberflächen zeitnah untersucht werden, wenn sie auf Wassereintritt oder anhaltende Feuchte hindeuten. Für die Instandhaltung sind zugängliche Installationsbereiche und eine nachvollziehbare Dokumentation von Reparaturen hilfreich. Feuchteflecken, muffiger Geruch oder wiederkehrende Kondensation an derselben Stelle sind konkrete Anlässe, die Ursache fachgerecht prüfen zu lassen.
Fragen zum Holzrahmenbau
Die Antworten geben Orientierung zu Wanddicke, Begriffen und Montageablauf beim Holzrahmenbau.
Wie dick ist eine Holzrahmenbauwand?
Eine Holzrahmenbauwand ist typischerweise insgesamt etwa 30 bis 40 cm dick, einschließlich Beplankung und Installationsschicht. Der genaue Wert hängt unter anderem davon ab, wie die Wand geplant und welche Dämmstärke vorgesehen wird. Auch die Ausführung der Innen- und Außenseite sowie eine zusätzliche Installationsebene können die Gesamtdicke verändern. Für die Planung zählt das Maß von der fertigen Innenfläche bis zur fertigen Außenfläche, nicht allein die Stärke des Holzständerwerks.
Ist Holzrahmenbau dasselbe wie Holztafelbau?
Holztafelbau ist eine Variante des Holzrahmenbaus, bei der vorgefertigte Wandelemente als Tafeln im Werk hergestellt werden. Die Begriffe werden im Alltag häufig synonym verwendet, obwohl Holzrahmenbau auch Konstruktionen umfassen kann, deren Bauteile erst auf der Baustelle zusammengefügt werden. Beim Holztafelbau kommen größere, vorgefertigte Elemente zur Baustelle und werden dort montiert. Entscheidend für die Abgrenzung ist daher vor allem der Grad der Vorfertigung.
Wie schnell wird ein Holzrahmenbau aufgerichtet?
Vorgefertigte Wandelemente eines Holzrahmenbaus lassen sich oft innerhalb weniger Tage aufstellen. Die Montage umfasst das Positionieren und Verbinden der Elemente; der tatsächliche Ablauf hängt unter anderem von Gebäudegröße, Baustellenzugang und Lieferlogistik ab. Nach dem Aufrichten folgen Arbeiten am Dach, bevor der Innenausbau weitergeführt wird. Die kurze Montagezeit der Wände bedeutet deshalb nicht, dass das gesamte Haus nach wenigen Tagen bezugsfertig ist.
