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Holzarten und ihre Eigenschaften

Nadelhölzer im Holzbau

Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie gehören zu den häufig betrachteten Holzarten im Holzbau, unterscheiden sich aber bei Dichte, Dauerhaftigkeit und typischen Einsatzbereichen. Die Holzdichte wird für vergleichbare Werte üblicherweise bei einer Holzfeuchte von 12 Prozent angegeben. Für die Wahl zählen neben dem gewünschten Querschnitt auch Sortierung, Bauteilfunktion und konstruktive Situation. Im Tragwerk kommen vor allem festigkeitssortierte Schnitthölzer und Brettschichtholz zum Einsatz. Die folgenden Eigenschaften helfen dabei, Holz für Innenbauteile, Dachkonstruktionen und Außenanwendungen passend einzuordnen.

Fichte und Tanne

Fichte ist mit einer Rohdichte von etwa 430–470 kg/m³ bei 12 Prozent Holzfeuchte ein vergleichsweise leichtes Nadelholz. Tanne liegt in einer ähnlichen Größenordnung; ihr konkreter Wert hängt von Herkunft und Wuchsbedingungen ab. Beide Hölzer lassen sich mit üblichen Maschinen bearbeiten und sind im Holzbau als Schnittholz sowie als Ausgangsmaterial für verleimte Bauteile verbreitet.

Das Herzholz von Fichte und Tanne ist nach DIN EN 350 der Dauerhaftigkeitsklasse 4 zugeordnet. Für die Verwendung im Innenbereich, etwa bei Dachstühlen, Deckenbalken und nicht direkt bewitterten Wandständern, sind beide daher verbreitet. Fichte ist das meistverwendete Nadelholz im deutschen Tragwerk: Es ist breit verfügbar und wird regelmäßig als Bauholz sortiert. Tanne kommt unter anderem dort infrage, wo ein ähnliches leichtes Konstruktionsholz gewünscht ist.

Geschnittenes Nadelholz wird häufig in der Festigkeitsklasse C24 eingesetzt. Nach DIN EN 338 bezeichnet C24 eine charakteristische Biegefestigkeit von 24 N/mm²; die Einstufung setzt eine entsprechende Festigkeitssortierung voraus. Typische Querschnitte reichen bei kleineren Bauteilen etwa von 40 × 60 mm bis 60 × 120 mm, während tragende Balken häufig beispielsweise 80 × 200 mm oder 100 × 240 mm messen. Diese Abmessungen sind gebräuchliche Größen, keine pauschale Bemessung: Spannweite und Belastung bestimmen den erforderlichen Querschnitt. Für leichte, geschützte Innenkonstruktionen ist Fichte meist die naheliegende Wahl; Tanne bietet sich als vergleichbare Alternative an.

Kiefer, Lärche und Douglasie

Kiefer, Lärche und Douglasie sind dichter als Fichte und werden je nach Bauteil sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet. Die Rohdichten in der Tabelle beziehen sich auf 12 Prozent Holzfeuchte. Die Angaben zur Dauerhaftigkeitsklasse betreffen das Herzholz nach DIN EN 350; innerhalb der Klasse 3–4 können Holzherkunft und individuelle Eigenschaften eine Rolle spielen.

Rohdichte, Dauerhaftigkeitsklasse und typische Verwendung ausgewählter Nadelhölzer
HolzartRohdichte bei 12 %Dauerhaftigkeitsklasse des HerzholzesTypische Verwendung
Kiefer490–520 kg/m³3–4Innenausbau, Fenster und Türen, ausgewählte Außenbauteile
Lärche550–600 kg/m³3–4Fassadenbekleidungen, Terrassen und sichtbare Außenbauteile
Douglasie470–530 kg/m³3–4Fassaden, Überdachungen und tragende Bauteile

Kiefer bietet für maßhaltige Bauteile und den Innenausbau ein vielseitiges Einsatzspektrum. Ihr Kernholz wird auch bei Fenstern und Türen verwendet; für Anwendungen im Freien sind Bauteilaufbau und Feuchtebeanspruchung mit zu berücksichtigen.

Lärche hat in dieser Gruppe die höchste angegebene Rohdichte und wird häufig für Fassadenbekleidungen sowie Terrassen eingesetzt. Douglasie ist für sichtbare Konstruktionen wie Überdachungen und für Fassaden beliebt; auch im Tragwerk kann sie als Schnittholz oder in verleimter Form Verwendung finden. Bei beiden Arten entscheidet die konkrete Sortierung über die Eignung für tragende Querschnitte. Für Außenbauteile ist die Holzart allein kein Ersatz für eine geeignete konstruktive Planung: Wasser muss ablaufen können, und dauerhaft feuchte Stellen sollten vermieden werden.

Verwendung im Tragwerk

Im Tragwerk richtet sich der Querschnitt nach Spannweite, Lasten, Auflagerung und Bauteilabstand. Für viele übliche Anwendungen wird geschnittenes Nadelholz in C24 verwendet; die tatsächliche Dimension muss für das konkrete Bauvorhaben bemessen werden. Typische Ausgangsmaße erleichtern die Orientierung, ersetzen aber keine statische Berechnung.

  • Sparren: Bei geneigten Dächern sind etwa 60 × 160 mm bis 80 × 220 mm gebräuchliche Querschnitte; Fichte in C24 ist eine verbreitete Wahl für übliche Dachkonstruktionen.
  • Riegel: Wandriegel und Ständer liegen häufig ungefähr bei 60 × 120 mm bis 80 × 160 mm; Fichte oder Tanne eignen sich für geschützte Holzrahmenwände.
  • Pfetten: Für Dachpfetten kommen oft Querschnitte um 100 × 200 mm bis 160 × 280 mm vor; größere Spannweiten erfordern eine projektbezogene Bemessung.
  • Brettschichtholz: Verleimte Träger sind in unterschiedlichen Breiten und Höhen erhältlich und ermöglichen größere Spannweiten; Fichte ist dafür ein gängiges Ausgangsmaterial.
  • Holzart nach Lage: Fichte oder Tanne passen häufig zu geschützten Innenbauteilen, Kiefer zu vielseitigen Bauteilen und Lärche oder Douglasie zu sichtbaren Außenkonstruktionen.

Bei tragenden Bauteilen ist die Festigkeitssortierung ebenso wichtig wie die Holzart: Ein optisch einwandfreies Stück ist nicht automatisch einer bestimmten Festigkeitsklasse zugeordnet. Für Sparren und Riegel in üblichen, geschützten Konstruktionen ist C24-Schnittholz aus Fichte oft zweckmäßig; bei Pfetten und größeren Spannweiten können Brettschichtholz oder stärkere Querschnitte passend sein. Für sichtbare Außenbauteile kommen Lärche oder Douglasie infrage, während die konkrete Bauteilgeometrie stets nach den statischen Anforderungen festgelegt wird.

Laubhölzer: Eiche, Buche und Robinie

Eiche, Buche und Robinie unterscheiden sich im Holzbau deutlich durch Rohdichte, natürliche Beständigkeit und die verfügbaren Bauprodukte. Für die Auswahl zählen nicht allein Festigkeit und Aussehen, sondern auch der geplante Einsatzort und die konstruktive Funktion. Eiche und Robinie kommen wegen ihrer Beständigkeit häufig für Bauteile im Freien infrage, während Buche vor allem als technisch weiterverarbeitetes Produkt eingesetzt wird. Bei Eiche sind außerdem die Inhaltsstoffe im Kontakt mit Verbindungsmitteln zu beachten. Die folgenden Eigenschaften helfen, passende Holzarten im Holzbau für konkrete Anwendungen einzuordnen.

Eiche

Eichenholz besitzt eine Rohdichte von etwa 650 bis 720 kg/m³ und gehört damit zu den schweren Bauhölzern. Das Herzholz wird der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet. Für Bauteile, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind, ist diese natürliche Beständigkeit ein wesentlicher Vorteil; sie ersetzt jedoch keine sorgfältige Planung von Anschlüssen und Wasserableitung. Die hohe Dichte verleiht Eiche eine gute Tragfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung, erhöht aber zugleich das Eigengewicht gegenüber leichteren Holzarten.

Im Tragwerk eignet sich Eiche für Stützen, Balken und andere stark beanspruchte Bauteile, sofern Querschnitt, Holzqualität und Verbindung passend bemessen werden. Ihre Festigkeit macht sie interessant für sichtbare Holzkonstruktionen, etwa wenn tragende Elemente zugleich die Raumwirkung prägen. Für lange, schlanke Bauteile muss das Gewicht ebenso berücksichtigt werden wie die Bearbeitung: Eiche lässt sich sägen und verbinden, verlangt wegen ihrer Härte aber robuste Werkzeuge und sorgfältig vorbereitete Anschlüsse.

Ein besonderes Detail sind die Gerbstoffe, auch Tannine genannt. Sie können mit Eisen reagieren und dabei dunkle bis schwarze Flecken auf dem Holz erzeugen. Im Außenbereich sind deshalb Verbindungsmittel aus Edelstahl die geeignete Wahl; bei anderen Metallen können Verfärbungen am Holz und Korrosionsspuren am Anschluss entstehen. Auch eisenhaltiger Staub oder Späne sollten bei der Bearbeitung nicht auf feuchter Eiche liegen bleiben.

Zu den konstruktiven Grenzen zählen das vergleichsweise hohe Gewicht und die Neigung zu Rissen oder Verformungen, wenn Trocknung und Feuchtewechsel nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eiche passt besonders dort, wo robuste Querschnitte, sichtbare Oberflächen und ein dauerhaftes Herzholz gefragt sind. Für jedes Bauteil bleibt die Sortierung und Bemessung entscheidend; die Holzart allein legt die zulässige Tragfähigkeit nicht fest.

Buche

Buche wird der Dauerhaftigkeitsklasse 5 zugeordnet und ist für unbehandelten Außengebrauch ungeeignet. Bei direkter Bewitterung oder dauerhaft feuchter Umgebung lässt sich ihre natürliche Beständigkeit nicht mit der von Eiche oder Robinie gleichsetzen. Im Holzbau wird deshalb zwischen massivem Buchenholz und technisch hergestellten Buchenprodukten unterschieden: Das Einsatzspektrum des Rohholzes ist nicht automatisch auf verklebte Ingenieurprodukte übertragbar.

Als tragender Werkstoff ist BauBuche ein hochfestes Ingenieurholzprodukt aus parallel verleimten Buchenfurnieren. Die Herstellung nutzt dünne Furnierlagen, um ein leistungsfähiges und gleichmäßiges Bauteil zu erzeugen. BauBuche wird für Stützen, Träger und weitere beanspruchte Elemente verwendet, wenn eine hohe Tragfähigkeit bei vergleichsweise schlanken Querschnitten benötigt wird. Abmessungen, Festigkeitswerte und zulässige Verbindungen richten sich nach dem jeweiligen Produkt und dessen technischer Zulassung beziehungsweise Verwendbarkeit.

Typische Anwendungen liegen in Hallen, mehrgeschossigen Gebäuden und anspruchsvollen Innenkonstruktionen. Stützen und Unterzüge aus BauBuche können hohe Lasten aufnehmen; bei sichtbaren Bauteilen kommt hinzu, dass die ruhige Furnierstruktur bewusst als Gestaltungselement eingesetzt werden kann. Für weit spannende Konstruktionen sind Bauteilform, Auflager und Verbindungsmittel gemeinsam zu planen, damit die Materialfestigkeit tatsächlich wirksam wird.

Massive Buche eignet sich außerdem für Bauteile und Innenausbauten, die nicht dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind. BauBuche kann ebenfalls in geschützten Bereichen eingesetzt werden, doch auch hier müssen Feuchteeinwirkung und Anschlussdetails zum Produkt passen. Für Außenanwendungen ist ungeschütztes Buchenholz keine geeignete Wahl; die Verwendung eines hochfesten Furnierschichtholzprodukts ändert nichts daran, dass die konkrete Einbausituation maßgeblich bleibt.

Robinie und Edelkastanie

Robinienherzholz zählt mit Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2 zu den sehr dauerhaft einzuordnenden Hölzern. Die Edelkastanie gilt ebenfalls als langlebige Holzart und wird für Bauteile im Außenbereich geschätzt. Beide kommen unter anderem für Pfosten, Zäune, Terrassenbeläge und andere Außenbauteile infrage, bei denen die natürliche Beständigkeit des Holzes gefragt ist. Die passende Konstruktion bleibt wichtig: Auch dauerhaftes Holz profitiert davon, wenn Wasser ablaufen und Bauteile nach Niederschlägen wieder abtrocknen können.

Robinie bietet im Vergleich zu Eiche eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit und eignet sich besonders für robuste Bauteile im Garten- und Landschaftsbau. Ihre Stärken liegen bei Pfählen, Spielplatzbauteilen und Außenkonstruktionen, bei denen das Holz nicht nur dekorativ, sondern dauerhaft beansprucht wird. Die Verfügbarkeit gerader, langer Querschnitte kann jedoch eingeschränkt sein; Robinienholz wächst häufig mit unregelmäßiger Form und kann beim Trocknen zu Rissen oder Verformungen neigen. Planung und Auswahl des konkreten Sortiments sind deshalb besonders wichtig.

Eiche ist im konstruktiven Holzbau häufig leichter in größeren, gleichmäßigen Querschnitten verfügbar und lässt sich für tragende Elemente gezielt sortieren und bemessen. Robinie punktet dagegen mit ihrer hohen natürlichen Beständigkeit, erfordert bei der Beschaffung aber mitunter mehr Flexibilität bei Längen und Querschnitten. Die Wahl hängt daher davon ab, ob standardisierbare Tragwerksabmessungen oder eine besonders dauerhafte Verwendung im Außenbereich im Vordergrund stehen.

Für tragende Holzkonstruktionen darf die natürliche Dauerhaftigkeit nicht mit einer pauschalen statischen Eignung verwechselt werden. Robinie kann in Konstruktionen eingesetzt werden, wenn Sortierung, Querschnitt und Verbindung für das konkrete Bauteil nachgewiesen sind. Bei der Edelkastanie stehen häufig Außenbauteile wie Zäune und Bekleidungen im Vordergrund; auch dort richten sich die konstruktiven Möglichkeiten nach der Qualität und den verfügbaren Abmessungen. Für beide Hölzer gilt: Die konkrete Holzqualität entscheidet mit darüber, ob ein Bauteil die vorgesehene Funktion erfüllt.

Dauerhaftigkeitsklassen und Gebrauchsklassen

Bei der Auswahl von Holzarten im Holzbau sind die natürliche Widerstandsfähigkeit des Holzes und die spätere Feuchtebeanspruchung getrennt zu bewerten. DIN EN 350 ordnet die natürliche Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze in fünf Klassen ein. Die Gebrauchsklassen nach DIN 68800-1 beschreiben dagegen die Bedingungen, denen ein Bauteil am Einbauort ausgesetzt ist. Erst die gemeinsame Betrachtung beider Angaben ermöglicht eine passende Materialwahl für Holzkonstruktionen.

Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350

DIN EN 350 beschreibt die natürliche Dauerhaftigkeit von Holz gegenüber holzzerstörenden Pilzen in fünf Klassen. Klasse 1 steht für sehr dauerhaftes, Klasse 5 für nicht dauerhaftes Holz. Die Einordnung bezieht sich auf die Widerstandsfähigkeit des jeweiligen Holzes, nicht auf eine pauschale Lebensdauer eines Bauteils. Holzart, Herkunft, Wachstumsbedingungen und der untersuchte Holzbereich können die Werte beeinflussen; bei mehreren Arten derselben Gattung sind deshalb Unterschiede möglich.

Für die Materialwahl ist vor allem das Kernholz entscheidend, wenn eine natürliche Widerstandsfähigkeit angesetzt wird. Robinienkernholz wird häufig den Klassen 1 bis 2 zugeordnet, Eichenkernholz der Klasse 2. Douglasien- und Lärchenkernholz erreichen je nach Art und Herkunft meist Werte im Bereich der Klassen 3 bis 4. Fichtenkernholz gilt als wenig dauerhaft und wird üblicherweise der Klasse 4 zugeordnet. Splintholz ist bei den meisten Holzarten in der Regel nicht dauerhaft und wird meist der Klasse 5 zugerechnet.

Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350: Bedeutung und typische Beispiele
KlasseBedeutungBeispiel
1Sehr dauerhaftKernholz von Ipé wird häufig dieser Klasse zugeordnet.
2DauerhaftEichenkernholz ist ein typisches Beispiel.
3Mäßig dauerhaftDouglasienkernholz kann abhängig von Herkunft und Einstufung in diesen Bereich fallen.
4Wenig dauerhaftFichtenkernholz gilt üblicherweise als wenig dauerhaft.
5Nicht dauerhaftSplintholz ist bei den meisten Holzarten ein typisches Beispiel.

Die Klassen sind keine Garantie für eine bestimmte Nutzungsdauer in Jahren: Ein Bauteil der Klasse 2 kann bei dauerhaftem Wasserkontakt schneller geschädigt werden als ein geschütztes Bauteil der Klasse 4. Für die Planung zählen daher zusätzlich Konstruktion, Feuchtebelastung und die vorgesehene Gebrauchsklasse. Bei Handelsware sollten die konkrete Holzart und die deklarierte Einstufung geprüft werden, statt eine Klassenangabe allein aus dem Handelsnamen abzuleiten.

Gebrauchsklassen nach DIN 68800

Die Gebrauchsklassen nach DIN 68800-1 ordnen Holzbauteile nach den Bedingungen am Einbauort ein. GK 0 bezeichnet Bauteile im Innenbereich, die ständig trocken bleiben und keiner relevanten biologischen Gefährdung ausgesetzt sind. GK 1 gilt für Holz im trockenen Innenbereich, in dem ein Insektenbefall möglich ist. GK 2 beschreibt Bauteile unter Dach, bei denen gelegentliche Befeuchtung oder erhöhte Luftfeuchte auftreten kann.

GK 3 umfasst witterungsbeanspruchte Außenanwendungen ohne Erdkontakt. Dazu zählen etwa frei bewitterte Fassaden- oder Geländerkonstruktionen, sofern das Holz nicht im Boden oder Wasser steht. GK 4 gilt bei Erdkontakt oder Kontakt mit Süßwasser, beispielsweise an einem Holzpfosten im Erdreich. GK 5 ist für Bauteile vorgesehen, die dauerhaft Meerwasser ausgesetzt sind; der regelmäßige Wechsel zwischen Wasser und Luft kann die Beanspruchung zusätzlich erhöhen.

Die Gebrauchsklasse beschreibt die Exposition, nicht die Holzart und auch nicht deren natürliche Widerstandsfähigkeit. Eine höhere GK bedeutet in der Regel stärkere oder häufigere Feuchte- und Organismenbelastung. Ein Bauteil in GK 3 muss deshalb anders bewertet werden als ein trocken eingebautes Bauteil in GK 1, selbst wenn beide aus derselben Holzart bestehen.

Bei der Materialwahl wird die Gebrauchsklasse mit der Dauerhaftigkeitsklasse zusammengeführt: Für eine höhere Beanspruchung ist eine entsprechend widerstandsfähige Holzart beziehungsweise ein geeignetes Schutzkonzept erforderlich. In GK 3 kann etwa eine dauerhaftigkeitsgerechte Holzart mit konstruktivem Wetterschutz kombiniert werden; in GK 4 sind die Anforderungen durch Erd- oder Süßwasserkontakt deutlich höher. Reicht die natürliche Holzdauerhaftigkeit für die geplante Exposition nicht aus, kommen je nach Bauteilplanung geeignete Holzschutzmaßnahmen oder eine geänderte Konstruktion infrage. Maßgeblich bleiben die konkrete Einbausituation und die Anforderungen der DIN 68800.

Splintholz und Kernholz

Splintholz bildet bei einem wachsenden Baum die äußeren, jüngeren Jahrringe und übernimmt den Wassertransport. Kernholz liegt weiter innen; bei vielen Arten sind dort eingelagerte Inhaltsstoffe vorhanden, die seine natürliche Widerstandsfähigkeit erhöhen können. Farbe und Breite des Kernholzes unterscheiden sich je nach Holzart, sodass die Abgrenzung nicht bei jedem Brett gleich deutlich sichtbar ist.

Splintholz ist in der Regel nicht dauerhaft und wird meist der Dauerhaftigkeitsklasse 5 zugeordnet, selbst wenn das Kernholz derselben Art eine bessere Einstufung erreicht. Bei Sortierung und Zuschnitt ist deshalb zu prüfen, ob die deklarierte Dauerhaftigkeit für das Kernholz gilt und ob Splintholzanteile zulässig sind. Wo Bauteile feuchtebeansprucht sind, können solche Anteile die Schutzplanung beeinflussen; eine geeignete Auswahl, konstruktiver Schutz oder eine zugelassene Behandlung sind anhand der Gebrauchsklasse festzulegen.

Holz und Brennbarkeit

Die Holzbrennbarkeit hängt nicht allein von der Holzart ab: Bauteilabmessungen, Rohdichte, Feuchte und Einbausituation beeinflussen das Verhalten im Brandfall. Für die Beurteilung sind Baustoffklassifizierung und rechnerischer Tragfähigkeitsnachweis getrennte Aspekte. Während sich die Oberfläche unter Wärmeeinwirkung verkohlt, kann der innere Querschnitt zunächst weiter Lasten aufnehmen. Auch die Holzfeuchte spielt eine Rolle, weil sie Trocknung, Schwindverhalten und biologischen Befall beeinflusst.

Baustoffklasse und Euroklasse

Holz gilt im deutschen Klassifizierungssystem nach DIN 4102 grundsätzlich als normal entflammbarer Baustoff der Klasse B2. Eine Einstufung als schwer entflammbar ist bei unbehandeltem Holz nicht allein durch die Wahl einer bestimmten Holzart gewährleistet. Für die europäische Klassifizierung gelten die Euroklassen nach DIN EN 13501-1; sie beschreiben unter anderem den Beitrag eines Produkts zum Brand, die Rauchentwicklung und das brennende Abtropfen. Massivholz mit einer Rohdichte von mindestens 350 kg/m³ und einer Dicke von mindestens 22 mm kann als Richtwert die Euroklasse D-s2,d0 erreichen. Das ist keine automatische Einstufung jedes Bauteils mit diesen Abmessungen: Produktaufbau, Montage und Prüfbedingungen müssen zur Klassifizierung passen. D bezeichnet das Brandverhalten, s2 eine begrenzte Rauchentwicklung und d0, dass im Klassifizierungstest keine brennenden Abtropfen oder Partikel auftreten.

  • Rohdichte: Für den genannten Richtwert wird eine Dichte von mindestens 350 kg/m³ angesetzt; maßgeblich ist die produktspezifische Klassifizierung.
  • Mindestdicke: Eine Massivholzdicke ab 22 mm kann die Einstufung unterstützen, ersetzt aber keinen Nachweis für den konkreten Aufbau.
  • Produktart: Massivholz, verleimte Elemente und beschichtete Bauteile sind nicht ohne Weiteres gleichzusetzen; Klebstoffe und Oberflächen können das Ergebnis beeinflussen.
  • Prüfverfahren: Für Klasse D werden Prüfungen nach EN 13823 und EN ISO 11925-2 herangezogen; die Ergebnisse müssen die Klassifizierungskriterien erfüllen.
  • Einbausituation: Untergrund, Befestigung, Fugen und gegebenenfalls Luftspalte müssen den Anwendungsbedingungen des Prüf- oder Klassifizierungsnachweises entsprechen.
  • Nachweisunterlagen: Leistungserklärung und Klassifizierungsbericht nennen die geltende Klasse sowie den Anwendungsbereich, für den die Ergebnisse angesetzt werden dürfen.

Die Kennzeichnung einer Holzart allein erlaubt daher keine verlässliche Übertragung auf jede Wand- oder Deckenbekleidung. Sind eine Lastbemessung oder ein Brandschutznachweis erforderlich, dürfen diese Nachweise nur ein Tragwerksplaner beziehungsweise ein Brandschutzplaner erbringen.

Dichte und Abbrand

Beim Brand bildet sich an der Holzoberfläche eine verkohlte Schicht, die den Wärmeeintrag in das darunterliegende Material verlangsamt. Die Abbrandrate beschreibt, wie schnell die Grenze zwischen verkohltem und noch wirksamem Holz in den Querschnitt vorrückt. Nach EN 1995-1-2 wird für Weichholz als nominaler Richtwert etwa 0,65 mm/min angesetzt; für dichte Harthölzer kann der Wert etwa 0,5 mm/min betragen. Die Zahlen sind Bemessungswerte und keine Garantie für das Verhalten jedes einzelnen Bauteils. Eine höhere Rohdichte geht bei vergleichbaren Bedingungen häufig mit einem langsameren Abbrand einher: Pro Volumeneinheit steht mehr Holzmasse zur Verfügung, während die Verkohlung den Wärmefluss zusätzlich hemmt. Entscheidend bleiben jedoch auch Holzart, Querschnitt, Beflammungsdauer und Anzahl der dem Feuer ausgesetzten Seiten. Eine massive Stütze, die von vier Seiten beflammt wird, verliert wirksamen Querschnitt anders als ein Bauteil, dessen Rückseite durch eine Bekleidung geschützt ist. Die rechnerische Abbrandtiefe ergibt sich aus der angesetzten Rate und der Einwirkungszeit. Bei 30 Minuten ergeben 0,65 mm/min beispielsweise 19,5 mm, während 0,5 mm/min rechnerisch 15 mm entsprechen. Diese Werte beschreiben allein den fortschreitenden Abbrand; sie legen nicht unmittelbar fest, welche Last ein Bauteil danach noch tragen kann. Für den Tragfähigkeitsnachweis werden nach Eurocode die wirksame Restquerschnittsfläche und weitere Bemessungsregeln berücksichtigt. Lacke, Verkleidungen oder Beschichtungen können den Beginn des Abbrands beeinflussen, dürfen aber nur entsprechend ihrem geprüften Aufbau und ihrem Nachweis angesetzt werden. Erforderliche Tragwerks- und Brandschutzbemessungen gehören in die Hände eines Tragwerksplaners oder Brandschutzplaners.

Holzfeuchte und Gleichgewichtsfeuchte

Die Holzfeuchte beeinflusst Maßänderungen und das Risiko holzzerstörender Pilze. Am Fasersättigungspunkt, der je nach Holzart und Bedingungen ungefähr bei 28 bis 30 % liegt, sind die Zellwände mit Wasser gesättigt; zusätzliches Wasser befindet sich vor allem in den Zellhohlräumen. Bei dauerhaft mehr als 20 % Holzfeuchte können sich Bedingungen entwickeln, unter denen Pilzbefall möglich ist. Für Innenräume stellt sich bei üblichen Nutzungsbedingungen häufig eine Gleichgewichtsfeuchte von etwa 8 bis 12 % ein. Für eine praktische Beurteilung zählen Messort, Messverfahren und Nutzungssituation. Die folgenden Werte helfen, Messungen einzuordnen, ersetzen aber keine Prüfung auffälliger oder geschädigter Bauteile.

  • 8 bis 12 %: Typischer Bereich der Gleichgewichtsfeuchte in beheizten Innenräumen; starke Abweichungen zwischen Bauteilen können auf unterschiedliche Klimabedingungen hinweisen.
  • 12 bis 18 %: Bei vielen Konstruktionen ein üblicher Bereich während der Trocknung oder in weniger beheizten Räumen; Holzart und Umgebung bleiben zu berücksichtigen.
  • Über 20 %: Bei dauerhaftem Feuchtegehalt steigt das Risiko, dass Pilze geeignete Wachstumsbedingungen finden; eine einzelne kurzfristige Messung belegt keinen Befall.
  • 28 bis 30 %: Ungefährer Bereich des Fasersättigungspunkts; oberhalb davon verändert zusätzliches Wasser die Holzfeuchte, ohne die Zellwände weiter zu sättigen.
  • Elektrisches Widerstandsverfahren: Handmessgeräte bestimmen Feuchte über den elektrischen Widerstand; Einstechtiefe, Holzart und Temperatur können das Messergebnis beeinflussen.
  • Ofentrocknungsverfahren: Bei der Referenzbestimmung wird eine Probe gewogen, getrocknet und erneut gewogen; EN 13183-1 beschreibt dieses Verfahren für Schnittholz.

Ein Oberflächenwert kann deutlich vom Feuchtegehalt im Kern abweichen, insbesondere nach Regen, Trocknung oder einer vorübergehenden Durchfeuchtung. Für eine belastbare Beurteilung sollten Messwerte deshalb an mehreren Stellen und in passender Messtiefe erhoben sowie mit Raumklima und Bauteilaufbau abgeglichen werden.

Fragen zu Holzarten

Die passende Holzart hängt von Tragfunktion, Beanspruchung und gewünschter Lebensdauer ab.

Welche Holzart ist für tragende Bauteile üblich?

Für tragende Bauteile wird im Holzbau häufig Fichte der Festigkeitsklasse C24 verwendet. Je nach Bauteil und Gestaltung kommen auch Douglasie oder Bauteile aus Brettschichtholz infrage; Eiche eignet sich ebenfalls für tragende Konstruktionen, wenn ihre Eigenschaften und der Aufwand zum Projekt passen. Entscheidend sind nicht allein die Holzart, sondern auch Sortierung, Querschnitt und Bauteilbeanspruchung. Die Bemessung und Auswahl sollte ein Tragwerksplaner anhand der konkreten Anforderungen vornehmen.

Welche Holzart ist besonders dauerhaft?

Zu den besonders dauerhaften europäischen Holzarten zählen Robinie und Eiche. Dauerhaftigkeitsklassen ordnen die natürliche Widerstandsfähigkeit des Holzes gegen holzzerstörende Pilze ein; die Einstufung hängt von der Holzart und dem jeweils betrachteten Holzbereich ab. Robinie wird beispielsweise für stark beanspruchte Bauteile im Außenbereich eingesetzt, Eiche für robuste Konstruktionen, bei denen ihre charakteristische Optik willkommen ist. Für die konkrete Holzverwendung zählen neben der natürlichen Dauerhaftigkeit auch Einbausituation und konstruktive Details.

Ist Hartholz immer härter als Weichholz?

Nein, die Bezeichnungen Hartholz und Weichholz sind botanische Einteilungen und sagen die tatsächliche Härte nicht zuverlässig voraus. Hartholz stammt botanisch von Laubbäumen, Weichholz von Nadelbäumen. Balsa ist ein Laubholz und damit botanisch Hartholz, besitzt aber ein sehr weiches Holz; die Eibe ist ein Nadelholz, ihr Holz ist vergleichsweise hart. Für die Auswahl eines Werkstoffs sollten deshalb die konkreten Holzeigenschaften und der vorgesehene Einsatz ausschlaggebend sein.

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